Das Internet als Plattform für Kultur?!

Kultur wird häufig auch mit Kunst in Kontakt gebracht.
Kunst im Netz ↔ Netzkunst

Es existieren diverse Websiten

  1. von Künstlern selber
  2. von Kulturinteressierte für Kulturinteressierte
  3. von Theater, Museen oder Galerien

 

1. Künstlern selber im Web

Zum einen bestehen Websiten von Künstler, die eine eigene Website neben Atelier, Galerie etc. als Plattform für ihre Kunst benutzen, zum anderen gibt es auch Künstler, die das Web als Basis für ihre Kunst verwenden.

Zitat dazu aus dem Buch „Zero Comments – Elemente einer kritischen Internetkultur“ von Geert Lovink:

„Neue-Medien-Kunst ist nach Definition des Australia Council ein Prozess, in dem Technologien von Künstlern genutzt werden, um Werke zu schaffen, die neue Formen künstlerischen Ausdrucks erforschen, Zu diesen neuen Technologien gehören Computer, Informations- und Kommunikationstechnologien, virtuelle oder immersive Umgebungen oder Technologie zur Klangbearbeitung. Sie sind die Pinsel und Stifte einer neuen Generation von Künstlern.“

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D.h. Kunst im Netz ist noch keine Internetkunst, dazu habe ich eine Radiosendung vom Schweizer Radio DRS gefunden mit dem Titel: Unbekannnte Internetkunst. Darin wird über das belgisch-holländische Duos Jodi berichtet und mit Annette Schindler, Leiterin und Kuratorin von Plugin in Basel, der einzigen Medienkunst-Institution der Schweiz, gesprochen.

Auch Verena Kuni, Kunst- und Medienwissenschaftlerin (Dr. phil., M. A.) und Professorin für Visuelle Kultur am Institut für Kunstpädogik der Goethe-Universität Frankfurt am Main, hat sich mit Netzkünstlern auseinander gesetzt. Sie hat eine Arbeit geschrieben mit dem Titel:

„Was ist ein Netzkünstler?“.

Beispielsweise thematisiert sie dort unter anderem die Definition „Ein Netzkünstler ist derjenige, der im Netz künstlerisch tätig wird und Werke für dieses Medium schafft.“ respektive sie zerlegt diese Aussage und hinterfragt diese kritisch.

Der Künstler Markus Huemer aus Deutschland verwendet beispielsweise das Web für seine Kunst:

Huemer gehört zur weltweit verstreuten Szene von Kreativen, die das Netz der Netze zum Thema ihrer Arbeit machen oder ihr uvre in und mit dem Internet erschaffen. Netzkünstler programmieren schrille Bilder, entwickeln sozialkritische Suchmaschinen, füllen Seiten um Seiten mit Buchstaben oder Zahlen und entführen Computernutzer in virtuelle Kunstwelten. Sie stellen Gedichte, Kompositionen, Filme, Fotos und Skulpturen in eigenen Cybergalerien aus. Sie verbinden das Internet mit anderen Medien, machen den Betrachter zum Mitkünstler oder zum Teil des Kunstwerks. Sie inszenieren globale Langzeitexperimente und virtuelle Musikhappenings. (aus dem Artikel INTERNETKUNST Schrille Werke
Multimedia der Wirtschaftswoche)

Künstler, die das Web nutzen, um ihre Kunst zu präsentieren:

 

2. von Kulturinteressierte für Kulturinteressierte

Hier eine kleine Auswahl von Kunstportalen resp. Kulturportalen:

Kultur Portal Deutschland ist eine Internetplattform für Kultur und Medien von Kulturinteressierten für Kulturinteressierte. Die Website bietet kulturelle Informationen und man kann sich Austauschen in kulturellen Belangen.

Der Kulturserver ist eine Kulturdatenbank, wo man bundesweit Veranstaltungen, Institutionen und Personen aus allen Bereichen von Kunst und Kultur finden kann. Wenn man im Bereich Kultur tätig ist, kann man auch selber Termine oder seine Einrichtung selber präsentieren.

Graubünden Kultur wirbt mit „Graubünden – Die schönste Bühne für Kultur.
Graubünden präsentiert: Kultur auf höchster Ebene.“. Auf jeden Fall ist diese Website eine Plattform für verschiedenste Veranstaltungen wie Festivals, Konzerte, Ausstellungen. Aber auch Bündner Museen, Bündner Kulturschaffende, Organisationen in unterschiedlichsten Bereichen wie Tanz, bildende Kunst, Architektur, Literatur etc. haben hier die Möglichkeit sich zu präsentieren.

konsortium.Netz.kultur ist der Zusammenschluss der österreichischen Initiativen an der Schnittstelle von Kunst, Kultur und neuen Informations- und Kommunikationstechnologien.

 

3. Theater, Museen oder Galerien

Diese Institutionen sind an sich schon eine Plattform für Kunst/Kultur.

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Netzkultur?!

21. März 2009

NETZKULTUR ?!

Das Begriff Netzkultur besteht aus den beiden Wörtern Netz und Kultur. In meinem 1. Blogeintrag habe ich bereits den Begriff Kultur  geklärt. Dieser Blogbeitrag dreht sich vor allem um das Netz, mit Netz ist das Internet gemeint.

 

1. Internet

Folgende Definition habe ich aus dem Brockhaus entnommen:

In|ter|net, das; -s [engl. internet, zu: inter- = zwischen, unter(einander) u. network, Network (im Sinne von »Gruppe untereinander verbundener Netzwerke«)]: weltweiter Verbund von Computersystemen, in dem verschiedene Dienste angeboten werden: Anschluss ans I.; ab sofort können Sie uns im I. erreichen; etw. im I. suchen, finden, nachlesen; im I. surfen, werben, einkaufen; sich einen Konkurrenzkampf im I. liefern; Buchungsservice per I.; Informationen ins I. stellen.

Hier eine Übersicht von Diensten im Internet:

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2. Web 2.0

Die heutige Netzkultur resp. das Internet ist geprägt durch Web 2.0.

Auch hier eine Definition aus dem Brockhaus:

Web 2.0, von dem irischen Softwareentwickler und Verleger Tim O’Reilly geprägte Sammelbezeichnung für Anwendungen und Nutzungen des Internets, die durch eine starke Mitwirkung der Benutzer gekennzeichnet sind. Typische Web-2.0-Anwendungen sind Online-Tagebücher (sogenannte Weblogs, kurz Blogs) und Online-Netzwerke. Zur Nutzung von Web-2.0-Anwendungen sind außer dem Browser keine speziellen Programme nötig. Klassische Desktopanwendungen werden somit zunehmend ins Internet verlagert. Auch die Benutzerdaten werden nicht mehr auf dem eigenen Rechner abgelegt, sondern auf einem Internetserver gespeichert.

Aber was ist Web 2.0 konkret? Die Website go 2 web 2.0bietet eine gute Übersicht, was es für Web 2.0-Webseiten gibt.

Aus meiner Sicht das wichtigste Web 2.0-Merkmal ist, dass eine Person nicht nur durchs Internet surft, sondern sich beteiligt.
D.h. der Internetbenutzer:

  • stellt Inhalte bereit
  • schreibt Blogeinträge
  • tauscht Fotos aus
  • schreibt Rezensionen bei Amazon
  • ist bei sozialen Netzwerken (Online-Community) dabei wie zum Beispiel bei Facebook und trifft dort Freunde und gibt persönliche Informationen Preis.
  • usw.

 

3. Zusammenhang zwischen Kultur und Internet

Durch dieses Verhalten der Internetbenutzer sehe ich einen Zusammenhang mit der Kultur. Hier ein Ausschnitt der Kultur-Definition aus dem 1. Blogeintrag :

Kultur = „ … Gesamtheit der von einer bestimmten Gemeinschaft auf einem bestimmten Gebiet während einer bestimmten Epoche geschaffenen, charakteristischen geistigen, künstlerischen, gestaltenden Leistungen … „

Die vorkommenden Merkmale werden alle bestätigt:

  • Bestimmte Gemeinschaft ► Internetbenutzer
  • Bestimmtes Gebiet ►Internet
  • Bestimmte Epoche ► Zeitalter vom Computer
  • Leistung ► geistig: bspw. die ganze Technik an sich, wissenschaftliches Beiträge …, künstlerisch: bspw.: youtube …, gestaltend: die individuell gestalteten Websites … usw.

Somit kann man eigentlich annehmen, dass es sich beim Internet resp. beim Web 2.0 um eine Kultur handelt – der Netzkultur.